LGCY Series: Dennis Schröders Basketball-Liga und warum sie groß wird
Dennis Schröder gründet mit „The LGCY Series" eine Basketball-Liga, die im Juli 2026 in Berlin und München startet. Acht Teams, Adidas als Equipment-Partner, Glasboden statt Parkett. Im Hintergrund läuft die größte Basketball-Welle, die Deutschland je hatte. Was die Liga ist, was sie anders macht als Icon und Baller League und was Marken jetzt prüfen sollten.

Am letzten Juli-Wochenende dieses Jahres startet in Berlin und München eine neue Basketball-Liga. Acht Teams, ein digitaler Glasboden statt Parkett, Adidas als offizieller Ausrüster, der FC Bayern Basketball als strategischer Partner. An der Spitze: Dennis Schröder. NBA-Star, frisch gekürter Europameister, MVP der EM 2025. Die Liga heißt „The LGCY Series" und wird Welle machen.
Warum jetzt? Weil Basketball in Deutschland gerade den größten Moment seiner Geschichte hat. Weil das Format der Influencer-Profi-Liga seit Kings League, Baller League und Icon League bewiesen hat, dass es funktioniert. Und weil Schröder mit seiner DS17 Holding einen Hebel ansetzt, der für Marken in den nächsten Wochen interessant wird.
Was die LGCY Series ist
„The LGCY Series" ist eine Basketball-Liga mit acht eigenständigen Teams, die sich selbst vermarkten und managen. Premierensaison im Sommer 2026 in zwei Städten. Berlin und München stehen fest, ein dritter Standort wird noch nachgemeldet. Gespielt wird Fünf-gegen-Fünf auf voller Spielfläche, mit modifiziertem Regelwerk, das auf Tempo und Highlight-Momente abzielt.
Das auffälligste Element ist der Untergrund. Statt eines klassischen Parketts kommt ein digitaler Glasboden des deutschen Herstellers ASB GlassFloor zum Einsatz. Auf dem Boden lassen sich während des Spiels Effekte, Daten und Visualisierungen einblenden. Die gleiche Technologie ist beim Final Four der Handball-Bundesliga in der Kölner Lanxess-Arena gelaufen und beim Euroleague-Finale in Athen.
Acht Teams treten an. International besetzt von der ersten Saison an. Aus Los Angeles kommt eine Mannschaft mit US-Influencern und reichweitenstarken Streetballern, aus Großbritannien sind die „Simply British Ballers" dabei, und der kanadische Streetball-Creator Matt Kiatipis, besser bekannt als MK, betreibt mit seinen über vier Millionen TikTok-Followern eines der acht Teams. Auf deutscher Seite sind neben Schröder selbst weitere Nationalspieler wie Isaac Bonga dabei.
Hinter dem Projekt steht Schröders DS17 Holding. Den operativen Aufbau verantwortet ein dreiköpfiges Gründerteam: Philipp Dembowski, früher Geschäftsstellenleiter beim BBL-Klub Rostock Seawolves, Rapper und Schauspieler Jalil Berkholz, und Yoran Henzler, der vorher für die Icon League von Toni Kroos und Elias Nerlich gearbeitet hat. Henzler bringt das direkte Format-Know-how aus der Fußball-Welt mit.
Als offizieller Ausrüster ist Adidas gemeldet, jedes der acht Teams bekommt ein eigenes Trikotdesign. Der FC Bayern Basketball ist als enger strategischer Partner gemeldet, ohne dass die Münchner eine eigene Mannschaft stellen. Beim Launch-Event im Berliner Colosseum-Filmtheater haben Bayern-Profis schon eine Skills Challenge gespielt.
Warum Basketball gerade explodiert
Schröder baut die Liga nicht in einen leeren Markt. Er baut sie in eine Welle, die größer ist als alles, was deutscher Basketball je hatte.
Im September 2025 hat die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaft gewonnen. 88:83 gegen die Türkei im Finale. Schröder wurde zum MVP des Turniers gewählt, Franz Wagner ins All-Tournament First Team. Damit ist Deutschland die erste Nation der Welt, die gleichzeitig Welt- und Europameister im Basketball ist. In der FIBA-Weltrangliste steht das Team auf Platz zwei, nur die USA stehen drüber.
Die Folge ist sichtbar bis in die Vereinslandschaft. Laut DOSB spielen aktuell rund 274.000 Menschen in deutschen Basketball-Vereinen, das ist ein Allzeithoch. Seit 2022 sind etwa 60.000 neue Mitglieder dazugekommen. Über 100.000 Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren spielen organisierten Basketball. Vor zehn Jahren wäre keine dieser Zahlen denkbar gewesen.
Parallel sind sieben Deutsche aktiv in der NBA. Mehr als je zuvor. Schröder bei den Cleveland Cavaliers, Franz und Moritz Wagner bei den Orlando Magic, Isaiah Hartenstein bei Oklahoma City Thunder, dem amtierenden NBA-Meister. Dazu Daniel Theis in New Orleans, Maxi Kleber und Isaac Bonga. Franz Wagner hat in dieser Saison einen Vertrag mit knapp 45 Millionen Dollar Jahresgehalt unterschrieben. Schröder verdient bei den Cavaliers rund 13 Millionen pro Jahr.
Auch die Medienlandschaft reagiert. Ab der Saison 2025/26 überträgt Sky rund 150 bis 200 NBA-Spiele pro Saison live, Amazon Prime hat 86 Spiele der Regular Season gesichert, dazu Play-In, ein Drittel der Playoffs und exklusiv die Finals. DAZN, das vorher die Rechte hatte, ist raus. Die NBA hat global einen 77-Milliarden-Dollar-Deal abgeschlossen, in Deutschland investieren zwei der größten Streaming-Anbieter in das Produkt. Sie sehen die Welle, sonst würden sie das Geld nicht ausgeben.
Basketball war in Deutschland zwei Jahrzehnte eine Nische zwischen Fußball und Handball. Diese Saison ist Mainstream.
Wo die LGCY Series im Markt steht
Schröder ist nicht der Erste, der ein Liga-Format mit Star-Headlinern, Influencer-Captains und Plattform-Verbreitung baut. Im Fußball hat Gerard Piqué Anfang 2023 mit der spanischen Kings League den Anfang gemacht. In Deutschland sind 2024 zwei Formate gefolgt.
Die Baller League wurde von Felix Starck gegründet, im Cast unter anderem Mats Hummels und Lukas Podolski. Sechs gegen sechs, indoor, auf Twitch und im Free-TV. Im Frühjahr 2025 hat das Format laut OMR im Schnitt 131.897 gleichzeitige Twitch-Viewer geliefert, in der Spitze 346.764. Pro Spieltag rund 3,5 Millionen Views auf Twitch. Trotz dieser Zahlen hat die Baller League Ende Januar 2026 den Betrieb in Deutschland eingestellt. Offiziell als Pause kommuniziert, faktisch ohne Rückkehrtermin. Saison 4 war zuerst auf November 2025 verschoben, dann auf Januar 2026, dann komplett gestrichen. Köln war als Spielort geplant, der Plan ist geplatzt. Der Fokus liegt jetzt auf UK (seit März 2025 mit KSI als Präsident) und USA (seit März 2026 mit IShowSpeed an der Spitze).
Die Icon League kam Ende 2024, gegründet von Toni Kroos und Streaming-Größe Elias Nerlich. Auch hier Indoor-Fußball, eigenes Regelwerk, Influencer-Captains. Saison 1 hat 1,3 Milliarden Social Impressions gemacht, 1.300 Posts der Liga-Kanäle haben zusammen 450 Millionen Impressions erzielt. Saison 4 läuft seit März 2026, neu in Berlin nach dem Umzug aus Düsseldorf, Sport1 zeigt im Free-TV, Sky Sport übernimmt das Top-Match pro Spieltag. Eintracht Spandau ist nach dem Baller-League-Aus in die Icon League gewechselt, was zeigt, dass das Format Bestandsteams ziehen kann.
Indoor-Format funktioniert, Twitch-Streaming funktioniert, Star plus Influencer funktioniert. Aber: Die Baller League hat in DACH dichtgemacht, die Icon League ist umgezogen. Reichweite ist machbar, Fandom aufzubauen schwerer.
Drei Punkte machen die LGCY Series anders.
Sport statt Pomp. Die LGCY Series setzt von Anfang an auf echte Profis. Schröder ist aktiver NBA-Star, nicht Ex-Profi wie Kroos oder Podolski. Bonga spielt aktuell in der NBA. Der kanadische Streetballer MK gehört zur weltweiten Basketball-Community. Die internationalen Teams aus LA und UK bringen Talent, nicht nur Reichweite.
Differenzierung über die Technik. Der digitale Glasboden ist kein optisches Spielzeug, sondern das einzige strukturelle Merkmal, das das Format optisch anders aussehen lässt. Wenn die Technik im Stream gut rüberkommt, hat die LGCY Series ein Bild, das die Fußball-Ligen nicht reproduzieren können.
Adidas und Bayern von Tag eins. Equipment-Deal und ein BBL-Klub als strategischer Partner stehen vor dem ersten Spieltag. Das gibt der Liga eine Anker-Glaubwürdigkeit, die Influencer-Formate sich erst über zwei, drei Saisons erarbeiten müssen.
Was Marken jetzt prüfen sollten
Das Window ist da. Basketball-Aufmerksamkeit ist in Deutschland gerade auf Allzeithoch. Junges Publikum, urban, multikulturell, sport-affin, mit hoher US-Identifikation. Die typische Zielgruppe für Brands, die jünger werden wollen oder ihre Position bei der Gen Z schärfen.
Adidas hat sich die Equipment-Position gesichert. FC Bayern Basketball die strategische Partnerschaft. Was bisher nicht bekannt ist und eine Chance:
- Getränke: Sportgetränke und Energy-Drinks haben in Sport-Sponsorings den schnellsten ROI. Red Bull und Monster sind die typischen Spieler, aber im deutschen Markt gibt es Raum für eine zweite Adresse. Eine Bionade-haltige Marke mit Lifestyle-Positionierung könnte hier den Anker setzen, ohne mit den US-Riesen konkurrieren zu müssen.
- Lieferdienste: Lieferando oder Wolt haben das Profil, urbanes Game-Day-Publikum direkt anzusprechen. Sportainment-Ligen leben von Mitmach-Aktionen mit Code-Discounts im Stream, das ist klassisches Lieferdienst-Territorium.
- Versicherungen und Banking: Die Generali oder ein Neobroker wie Trade Republic sind genau die Adressen, die über Sportainment bei der Gen Z andocken können, ohne klassische Sport-Sponsorings aufzukaufen.
- Telco und Mobility: Vodafone und Telekom haben beide Sport-Sponsoring-Profile. Die Telekom ist über MagentaSport schon an der BBL dran, Vodafone hat DFB-Kooperationen. Daneben hätten Free Now oder Tier eine natürliche Anbindung an das urbane Publikum.
- Mode und Sneaker abseits Adidas: Adidas ist der Equipment-Sponsor, alles, was Lifestyle ohne Court-Equipment ist, bleibt offen. Hier gibt es Raum für DACH-Marken, die ihre Streetwear-Linie sichtbar machen wollen.
Wichtig dabei: Sportainment-Sponsoring funktioniert nicht wie ein Trikot-Logo. Im Twitch-Stream gibt es keine klassischen Werbeunterbrechungen, die Pakete sind individuell verhandelt, nicht von der Stange. Player- und Creator-Direct-Sponsoring ist oft wertvoller als das Liga-Logo, weil die Reichweite über die persönlichen Kanäle der Captains und Spieler läuft, nicht nur über die League-Accounts.
Wer einsteigt, sollte sich nicht auf einen 12-Monats-Erfolg verlassen. Die Baller-League-Einstellung in DACH zeigt, dass starke Saison-1-Zahlen keine Garantie für Saison 4 sind.
Und konkret: Wer einsteigt, sollte vorher prüfen, ob das eigene Zielgruppen-Profil zu jung, urban, international, sport-affin passt. Wenn ja, gibt es einen Window, in dem die Liga noch ohne Wettbewerb in den jeweiligen Kategorien ist. Wenn die LGCY Series die erste Saison überlebt und in die zweite geht, wird es eng.
Was diese Liga zeigt
Schröder hat die LGCY Series an einem Punkt aufgesetzt, der für eine deutsche Basketball-Liga nicht günstiger sein könnte. Die Nationalmannschaft trägt die Sportart, die NBA-Welle trägt die Stars, die Sportainment-Formate haben den Markt vorbereitet. Wenn die Liga funktioniert, ist sie nicht die erste Influencer-Liga in Deutschland, aber die erste, die parallel zu einem Mainstream-Sport-Moment läuft und nicht im Schatten der Bundesliga.
Wenn sie nicht funktioniert, hat sie immerhin bewiesen, dass Basketball-Sportainment in DACH versuchbar ist. Und sie hat einer Generation deutscher Talente eine Bühne gegeben, die im Sommer abseits der NBA bisher keine hatten.
Im Juli geht es los. Wer als Marke in der ersten Saison dabei sein will, hat noch ein paar Wochen, um die Gespräche aufzusetzen.
FAQ
Wann startet die LGCY Series?
Das letzte Juli-Wochenende 2026 ist als Starttermin angesetzt. Spielorte sind Berlin und München, ein dritter Standort steht noch aus.
Wer steckt hinter der Liga?
Eigentümerin ist Dennis Schröders DS17 Holding. Operativ baut ein dreiköpfiges Gründerteam die Liga auf: Philipp Dembowski (ehemals Rostock Seawolves), Jalil Berkholz und Yoran Henzler (kommt aus der Icon League). Schröder selbst übernimmt die Rolle des Präsidenten.
Wer spielt mit?
Acht Teams, jedes mit eigenen Ownern. International von Tag eins: ein Team aus Los Angeles mit US-Influencern und Streetballern, die „Simply British Ballers" aus UK, ein Team des Kanadiers Matt Kiatipis (MK, über 4 Mio TikTok-Follower). Auf deutscher Seite spielen Nationalspieler wie Schröder selbst und Isaac Bonga.
Wie kann ich als Marke einsteigen?
Direkt über die Liga, oder über einzelne Teams und ihre Owner, oder über Player- und Creator-Direct-Sponsoring. Die Pakete sind individuell verhandelt, nicht von der Stange. Adidas hat die Equipment-Position, FC Bayern Basketball ist strategischer Partner. Andere Kategorien sind aktuell noch offen.
Welche Reichweite ist realistisch zu erwarten?
Als Vergleichswerte hilft der Blick auf die Schwester-Formate im Fußball. Die Icon League hat in Saison 1 etwa 1,3 Mrd Social Impressions produziert, die Baller League in der Spitzensaison 131.897 durchschnittliche Twitch-Viewer pro Spieltag. Für die erste Saison einer neuen Liga gibt es keine harten Prognosen, die Größenordnung von Saison-1-Erfahrungen vergleichbarer Ligen ist aber ein nützlicher Anker.
Wo läuft die Übertragung?
TV- und Stream-Rechte sind aktuell noch nicht offiziell vergeben. Bei Icon League sind Sport1 und Sky Sport am Start, bei der Baller League waren Twitch, Joyn und Pro Sieben Maxx im Mix. Eine ähnliche Konstellation ist für die LGCY Series wahrscheinlich.
Welche Risiken gibt es?
Saison 1 ist ein Test. Die Baller League hat trotz starker erster Saisons Ende Januar 2026 ihren deutschen Betrieb eingestellt und fokussiert jetzt UK und USA. Wer einsteigt, sollte das vor Augen haben und keinen schnellen 12-Monats-ROI erwarten.
Was unterscheidet die LGCY Series von Icon League und Baller League?
Sportart (Basketball statt Fußball), Profi-Anteil (Schröder ist aktiver NBA-Star, nicht Ex-Profi), Technik (digitaler Glasboden statt klassisches Parkett) und der internationale Talent-Pool von Tag eins. Im Detail bleibt zu beobachten, wie sich das Regelwerk konkret unterscheidet, das wird die Liga im Laufe der Vorbereitung kommunizieren.

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