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Trendwatch #03: Der „Ein Holzhaus in Wyoming"-Trend auf TikTok

in deutschsprachiger Auswanderer in Wyoming löst auf TikTok einen Sommer-Trend aus. BachelorBBY und EmirMono liefern den Sound dazu. Edit-Accounts ziehen Millionen Views. Während der Edeka-Konzern-Account im WM-Loop bleibt, dreht ein einzelner Edeka-Markt binnen Tagen einen viralen Post mit 300k Views.

Sebastian Galla
30. Mai 2026 · 3 Min
Ein Holzhaus in Wyoming
Ein Holzhaus in Wyoming
Mit KI zusammenfassen

Diese Woche das Hype-Thema „Ein Holzhaus in Wyoming"-Trend auf TikTok. Eduard postet vor seiner US-Flagge und erzählt, wie glücklich er in seinem Holzhaus in Wyoming ist, BachelorBBY und EmirMono machen den Sound dazu, und ein einzelner Edeka-Markt macht den ersten deutschen Brand-Pickup. Los geht's.

Was steckt dahinter

Es gibt diesen Dude auf TikTok, der heißt Eduard Schäfer und postet unter @eduardxtou. Über sich selbst sagt er fast nichts, in der Bio steht nur „Wyoming, Comedy acting (film mainly)". Was klar ist: ein deutschsprachiger Mann mittleren Alters, der mit gebrochenem Englisch und kindlicher Aussprache vor einer US-Flagge steht. Immer wieder dasselbe Thema, in leichten Variationen: wie glücklich er in Wyoming sei, dass die USA das beste Land der Welt sei, dass er hier sein Holzhaus habe. Das Holzhaus selbst sieht man in den Videos nicht. Eduard erzählt davon.

Eduard postet seit Oktober 2025 Videos aus den USA. Ob er wirklich dort lebt, glauben viele nicht. Andere Creator:innen haben in der Vergangenheit Fake-Content bei ihm aufgedeckt, manche der aktuellen Videos sehen aus wie Bildschirmaufnahmen.

Er hat knapp 48.000 Follower:innen. Nicht viel. Trotzdem sind zwei seiner Mai-Videos über eine Million Views gegangen, das stärkste am 23. Mai mit 1,3 Millionen Plays.

Wie es entstanden ist

Das Wyoming-Format läuft schon länger. Was sich Mitte Mai geändert hat, ist die Welle drumherum. Andere Accounts haben angefangen, seine Videos zu remixen, Sounds unterzulegen, sich an ihn ranzuhängen. Aus seinem Solo-Auftritt wurde ein offenes Viral-Format, das jeder mitspielen kann.

Wild wird es am 22. Mai. An diesem Tag postet BachelorBBY (@bachelorbbyofficial, 284.800 Follower) sein erstes Wyoming-Video mit einem eigenen Sound. Caption: „Leben seit Wyoming>>>>". Der Clip zieht 628.300 Views.

Einen Tag später zieht EmirMono (@emirmono, 321.000 Follower) nach und holt 687.500 Views. Der Sound geht viral. Dutzende andere Accounts nutzen denselben Beat unter eigenen Wyoming-Edits. Mittlerweile ist der Song auch auf Spotify veröffentlicht. Was bei einem normalen Release Wochen dauert, ist hier in 72 Stunden gelaufen.

Was daraus geworden ist

In zehn Tagen sind aus Eduards Meme-Format mehrere Abwandlungen entstanden. Linus (@linus.ae_) poste einen KI-Song mit dem Titel „Eduard mag plötzlich doch keine Holzhäuser in Wyoming mehr?". Klingt blöd, holt aber über 300k Views.

Wie Marken damit umgehen

Der offizielle Edeka-Account (@edeka, 419.000 Follower) hat nichts dazu gepostet. Der ist gerade voll im WM-Modus mit Fan-Shirt-Aktion und #NewProductFriday. Klassische Konzern-Kommunikation aus Hamburg.

Auf @edekaseifert läuft etwas anderes. Das ist der TikTok-Account eines einzelnen Edeka-Marktes (bzw. mehrerer Märkte), immerhin 569.700 Follower:innen und 14,5 Millionen Likes. Also größer als der Konzern-Account.

Am 27. Mai postet @edekaseifert ein Video mit der schlichten Caption „Burger Buns 🍔" und den Hashtags #wyoming #usa #burger #edeka. Der Post zieht 311.700 Plays und 16.600 Shares.

Einen Tag später legen sie nach. Zwei aufeinanderfolgende Posts, die den Trend direkt mit eigenen Edeka-Produkten verschneiden.

Sonst hat keine deutsche Marke etwas dazu gepostet. Hornbach, Hagebau, IKEA, Trivago, Aldi, Lidl, McDonald's, alle still. Wer von denen in den nächsten Tagen nachzieht, nimmt den Trend mit. Wer länger wartet, kommt zu spät.

Was diese Woche zeigt

Die einzige deutsche Marke in diesem Trend ist ein einzelner Edeka-Markt. Nicht der Konzern, der war beschäftigt mit Fan-Shirts für die WM. Viele deutsche Marken haben solche Filial-Accounts, die schneller reagieren können als die Zentrale. Vielleicht lohnt es sich gerade, da mal hinzuschauen.

Nächste Woche, gleiche Stelle, neue Fälle.

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